Jürgen Möllemann – glücklicher Casinospieler

moellemann juergenHallo, darf ich vorstellen: Ich bin Jürgen Möllemann, Ehemann, Vater, Geschäftsmann und glücklicher Casinospieler.

Ich weiß, sobald Sie lesen „glücklicher Casinospieler“ gehen bei vielen von Ihnen die Alarmglocken an. Aber ich kann Sie beruhigen, ich bin weder spielsüchtig, noch habe ich bisher große Unsummen verzockt. Klar, manchmal verliert man, manchmal gewinnt man – aber das ist das Spiel.

Lassen Sie mich ein wenig über mein Leben berichten:

Ich wuchs in der tiefsten Provinz in Niederbayern auf, als jüngster Sohn von acht Kindern. Meine Eltern hatten einen Bauernhof und arbeiteten von frühmorgens bis spätabends. Natürlich musste ich mit meinen Geschwiestern auch schon früh ran, besonders im Sommer, wenn es galt, das Heu einzufahren, verbrachten wir unsere Zeit auf den Wiesen, am Traktor oder in der Scheune, im Gegensatz zu den anderen Kindern, die sich am Badesee vergnügten.

Obwohl so viele Hände auf unserem Hof hart anpackten, mangelte es immer an Geld. Gut, wir hatten immer genug zu essen, weil meine Mutter einen großen Gemüsegarten hatte und mehrmals im Jahr ein Schwein oder Rind von unserem Hof geschlachtet wurde. Aber wir waren nie diejenigen, die coole Kleidung hatten, die ein neues Fahrrad bekamen oder die bei der Landschul- oder Schulsportwoche dabei sein durften.

Ich schwor mir, dass mein Leben einmal anders aussehen würde, wenn ich erwachsen bin. Ich wollte die Provinz verlassen und irgendwann im Wohlstand leben. Und gleich vorweg: Ja, es ist mir gelungen, aber bis dahin war es ein weiter Weg. Meine Eltern weigerten sich, meine Geschwister und mich aufs Gymnasium gehen zu lassen, denn für sie zählte nicht Bildung, sondern vor allem, dass man körperlich anpacken konnte. Es war schon eine Errungenschaft, dass ich nach der Realschule nicht wie meine Geschwister in einen handwerklichen Beruf, wie Schreiner, Schlosser, Maurer oder Klemptner ging, sondern dass ich eine Banklehre machte. Oft genug durfte ich mir anhören: „Der kleine Jürgen meint wohl auch, er ist etwas Besseres.“

Es ging mir nicht darum, „etwas Besseres“ zu sein als meine Geschwister, sondern es ging mir darum, einen Weg zu finden, wie ich irgendwann einmal zu Wohlstand kommen würde.

Natürlich machte ich meine Lehre bei der Sparkasse des Nachbarorts und das Glück wollte es so, dass ich nach meiner Prüfung im Bereich Immobilien mitarbeiten konnte. Ich merkte schnell eine Faszination für diesen Bereich und ich hatte Ehrgeiz. So machte ich innerhalb weniger Jahre nicht nur die Ausbildung zum Immobilienkaufmann, sondern holte in der Abendschule auch das Abitur nach.

Wenige Jahre später ging ich nach München, arbeitete in einem Immobilienbüro und studierte nebenbei auf der Uni Immoblilienwirtschaft. Mit 30 Jahren machte ich mich mit meinem eigenen Immobilienbüro selbständig und war auch rasch sehr erfolgreich.

Irgendwann gewöhnte ich mir an, nach jedem erfolgreichem Hausverkauf ins Casino zu gehen, und den Erfolg zu feiern. Das mache ich nun schon seit 15 Jahren. Ich setze mir bei meinem Spieleinsatz jeweils ein Limit bei 500 Euro und mit denen spiele ich meistens am Roulettetisch oder manchmal auch Blackjack. Häufig gehe ich mit der gleichen Summe hinaus, mit der ich hineingegangen bin, und hatte einfach nur einen fantastischen Abend, manchmal gewinnen ich und manchmal verliere ich. Aber das Casino bedeutet für mich, Erfolge zu feiern.